Tag 44 – El Chaltén

Heute war Arbeit für meine alten Knochen statt der prähistorischen Pflanzenreste angesagt. Ich hatte mir eine Wanderung zum Fuße des Fitz Roy vorgenommen. 20km Wegstrecke und um die 800 Höhenmeter.

Leider wird seit dem letzten Sommer für die Nationalparks in Argentinien täglicher Eintritt erhoben. Daher musste ich für die Wanderung ca. 30 Euro zahlen.

Zunächst ging es vom Nordende des Ortes einige Meter hinauf auf einen Ausläufer der Berge, von dem aus einen schönen Ausblick über das langläufige Tal des Nationalparks zum Lago del Desierto gab.

Zumeist war der Weg auch in gutem Zustand und größere Hindernisse wurden “überbaut”.

Dann kam auch schon nach gut 3km der erste Aussichtspunkt mit näherem Blick auf den Fitz Roy, der sich aber immer wieder hinter einem neuen Wolkenfetzen zu versteckten versuchte:

Rundherum gab es viel sehr trockenes, vermeintlich totes(?) Gehölz. Aber kein Vergleich zum Harz.

Und so ging es dann immer weiter über teilweise nur viele verschiedene Trampelpfade bis der Wald wieder etwas dichter und grüner wurde. Zwischendurch immer wieder Aussichten zum Fitz Roy.

Dann ging der Weg über in ein Plateau, das einen freieren Blick auf die Gletscherzunge rechts neben dem Massiv bot. Die Wolken um Fitz Roy zogen aber leider immer weiter zu.

Am Ende des Plateaus gab es einen unbewirtschaften Camping-Platz (also eher ein Biwak?) bevor es über einen Fluss und danach an den steilen Aufstieg über Geröll hinauf zur Laguna de los Tres unterhalb des Massivs ging (400 Höhenmeter auf 1km Distanz, 40% Gefälle).

Kurz vor dem Gipfel des Weges wurde es dann plötzlich so richtig windig und kalt und es hat mich ein paar Mal fast umgeworfen. Es lag auch schon Schnee am Wegesrand.

Und dann war der große Moment gekommen, Ankunft bei der Laguna de los Tres.

Immer wieder waren laute Geräusche wie von einer kleinen Lawine oder einem kalbenden Gletscher zu hören. Aber nichts zu sehen. Wahrscheinlich ein einem der benachbarten Täler. Nach links läuft die Lagune über einen Wasserfall zu einer weiteren Lagune hinab, dies kann man sich begrenzt von oben ansehen, aber es blieb weiterhin seeeeehr windig dort.

Es regnet bergauf!

Danach ging es natürlich den gleichen Weg wieder zurück und die Knie waren auch ordentlich weichgekocht, als ich wieder in El Chaltén ankam. Zur Belohnung gab es dann am Abend eine leckere Guanako-Lasagne.

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