Heute ging es zunächst nach Puerto Yungay. Dort endet die Carretera Austral vorläufig und man muss mit einer Fähre weiter, um die verbleibenden 100km Schotterpiste bis zu deren wirklichem Ende bei Villa O’Higgins fahren zu können. Mehr oder minder zufällig hat es sich auch ergeben, dass heute einer der möglichen Tage ist, um die Fähre von hier nach Puerto Natales zu nehmen, wie es meine ursprüngliche Idee war. Die letzte Fähre in Richtung Villa O’Higgins (18 Uhr) legt allerdings 2h vor der Natales Fähre (20 Uhr) ab. Meine Hoffnung war also, dass es dort ein Büro o.Ä. gibt, wo man noch um einen Last Minute Platz bitten kann. Ich hatte mir als Fallback auf jeden Fall schon eine Unterkunft in Villa O’Higgins reserviert.







In Puerto Yungay um kurz nach 14 Uhr angekommen, war der ganze Platz bereits mit wartenden auf die Natales Fähre gefüllt – diese hatten allerdings schon lange im Voraus Tickets gebucht. Die Fähre war auch schon vor Ort, aber in einem abgesperrten Bereich. Außer einer Toilette und einem Wartehäuschen gibt es dort auch sonst nichts.


Nun wollte ich auch vermeiden, im Dunklen auf der Schotterpiste sein zu müssen, daher war für mich eigentlich die 18 Uhr Fähre nach O’Higgins keine Option. Am Ende habe ich dann die um 16 Uhr genommen und die Chance auf die Natales Fähre verworfen. Mittlerweile weiß ich auch, dass man das gesamte Boarding abwarten muss und nur, wenn dann noch Platz ist, darf man mit. Sonst muss man kurz vor der Dämmerung noch 50km Schotterpiste zurück zur nächsten Ortschaft und sich dort irgendwie eine Unterkunft organisieren. ich bin also ganz froh drum, das nicht riskiert zu haben. So ging es dann nun also nach Villa O’Higgins. Die Strecke war trotz des durchwachsenen Wetters ganz schön, auf langem Weg zwischen See und Bergkante.













Dann Ankunft in Villa O’Higgins:

Im Ort selbst gibt es nicht viel, hauptsächlich Unterkünfte für Reisende. 7km dahinter ist das Ende der Carretera Austral in einem Hafen, von dem wöchentlich eine Fähre es Wanderern ermöglicht über die grüne Grenze nach Argentinien und El Chaltén zu gelangen. Dort ging es nun erstmal hin, bevor ich zu Unterkunft bin.











Da es schon halb 10 war, bis ich in der Unterkunft angekommen und bereit zum Ausgehen war, fragte ich die Hostelbetreiber, wo ich um die Zeit noch etwas finden könnte: nur 5min entfernt eine Pizzeria. Dort hatten ein Belgier und ein Spanier, die im selben Hostel übernachteten und mich wohl gesehen hatten, mich an ihren Tisch eingeladen. Die beiden haben die letzten drei Wochen die 1200km Carretera Austral mit dem Rad bezwungen und wollen jetzt ebendiese grüne Grenze wandernd überqueren – die Fähre fuhr aber wohl wegen des schlechten Wetters nicht und der ganze Ort sei nun voll mit Wartenden. Es war eine nette Unterhaltung. Sie erzählten mir z.B. auch, wie die beißen Fliegen am Lago General Carrera sie quälten, da sie am Berg nicht schnell genug fahren konnten, um diese abzuschütteln.
Vor dem Eingang des Hostels gab es dann noch eine kleine Gesprächsrunde und der Belgier war so nett für mich das Spanische ab und an zu übersetzen. Um halb 1 bin ich dann ziemlich totmüde ins Bett gefallen.