Wie gestern geschrieben, hatte sich der Schrauber des Ortes für 9 Uhr angekündigt. Ich war erstmal frühstücken und fing schonmal an, ein paar Teile abzuschrauben, damit man überhaupt an irgendetwas herankommt. Da das mit 9 Uhr nicht geklappt hat, kam zwischenzeitlich ein anderer junger Mann vorbei, der wohl auch ab und an im Hotel mithilft, und hat mir etwas beim Schrauben geholfen, bevor der andere kam.
Er sagte mir gleich, dass er von Motorrädern nicht viel Ahnung hat und sonst nur an Autos/Trucks schraubt. Nachdem ich ihm die per OBD erhaltene Fehlermeldung genannt hatte, lag sein Fokus darauf, die verschiedenen elektrischen Steckverbindungen zu prüfen. Wir haben sogar gesehen, dass die Verbindung zum ESA (elektrische Fahrwerkseinstellung) unterbrochen war. Diese wiederherzustellen hat aber natürlich nichts mit dem Motorstart zu tun.
Nach einiger weiterer Fummellei, sagte er mir, dass er leider auch keine Ahnung hätte, was es sein könnte. Als Reaktion darauf, bot mir die Hotelbetreiberin an, dass sie jemanden kenne, der mich für knapp 300 Euro mit dem Motorrad zurück nach Coyhaique bringen könnte, wo mehr Hilfe verfügbar wäre. Da hier alles über Vitamin B läuft, blieb mir nicht viel Wahl und ich war dankbar für die Unterstützung. Der Plan war nun also, dass sie am Abend vorbeikommen, um das Motorrad aufzuladen und mich dann am frühen Morgen abzuholen, um loszufahren. Die Fahrt hin & zurück dauert etwas mehr als zehn Stunden.
Die Betreiberin bot mir dann noch an, für den Nachmittag noch eine Kayak-Tour für mich zu organisieren. Das war eine willkommene Ablenkung und ich habe sogar eine private Tour – nur ich und der Guide – erhalten.















Am Abend hatte Maziar auch Puerto Río Tranquilo erreicht. Wir sind dann nochmal gemeinsam Essen gegangen.


Zurück im Hotel sagte mir die Betreiberin: “It’s a disaster” – und dabei kann sie gar kein Englisch… Der Fahrer war wohl abgesprungen. Sie hat dann noch gute 3h lang mit der halben Ortschaft telefoniert, um irgendwie einen Transport zu arrangieren. Gegen 22 Uhr kam dann jemand mit seinem Pick-up vorbei, hatte aber nichts zum Aufladen und Verzurren dabei und es war auch ein eher kleiner Pick-up. Er sagte, nur im absoluten Notfall. Am Ende bot sich noch ein anderer LKW an, wollte aber natürlich knapp 400 Euro haben – Abfahrt am nächsten Morgen um 7 Uhr.